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Chronik

Die Chronik des Vereins

90 Jahre Freie Turnerschaft Ingolstadt-Ringsee, die Geschichte der Höhen und Tiefen eines modernen Sportvereins

– gestern wie heute –

Die 90-jährige Vereinsgeschichte legte ihren Grundstein am 20. September 1920. Unter Vorsitz von Josef Zinsmeister, dem 1. Vorsitzenden, wurde die Gründungsversammlung abgehalten und der neu gegründete Sportverein ins Vereinsregister des Amtsgerichts Ingolstadt eingetragen und zwar als Arbeiter- Turn- und Sportbund.

1922 kaufte man ein 2-Tagwerk großes Grundstück an der Martin-Hemm-Straße und errichtete hier in vielen mühsamen freiwilligen Arbeitsstunden einen Sportplatz. Durch den emensen Zulauf der Sportbegeisterten war es dringend erforderlich, auch mit dem Bau einer Turnhalle zu beginnen.

Da die Mittel der Selbstfinanzierung bei weitem nicht ausreichten, unterstützte die damalige Schöffbrauerei dieses Vorhaben tat- und finanzkräftig.

Mit dem Verkauf von „Bausteinen“ und vielen freiwilligen Helfern, die aufopfernd Eigenleistungen erbrachten, konnte die langersehnte feierliche Einweihung der Turnhalle mit Theaterbühne, Umkleideräumen, Geschäfts- und Sitzungszimmer sowie eines Wirtschaftsraumes im September 1924 stattfinden.

Das wohl schicksalsschwerste Jahr in der Vereinsgeschichte der Freien Turnerschaft war das Jahr 1933. Mit einem Schlag wurde alles vernichtet, was in jahrelanger und mühseliger Arbeit aufgebaut worden ist.

Durch den Erlaß der damaligen Reichsregierung wurden sämtliche Freien Sportvereine verboten und der Besitz zu einem niedrigen Schätzwert von RM 32.000,– vom Staat übernommen.

Der damalige 1. Vorstand, Waldemar Brust, vertrag den Verein als Liquidator.

Von 1933 bis 1946 war das Vereinsleben und der Sport in der Freien Turnerschaft für 13 Jahre unterbunden.

Das Vereinsheim übernahm die Schöffbrauerei, durch die es dann an die NSDAP als Schulungsheim kam. Daher auch der altbekannte Name „Kreisschule“.

Nach dem Krieg, am 14. Juli 1946 fand die erste Zusammenkunft der ehemaligen Mitglieder sowie neuer Interessenten statt, bei der Otto Bautz zum 1. Vorstand gewählt wurde.

Da der Sportplatz und die Turnhalle sich in einem erbärmlichen Zustand  befanden, erwiesen sich ehemalige Mitglieder und Sportler als eifrige Förderer und Gönner, die den Verein wieder auf Vordermann brachten.

1947 wurde wieder Waldemar Brust zum 1. Vorstand gewählt, der durch seine intensive Arbeit die amtliche Rückgabe des Vereinsheimes herbeiführte.

Nach dem Rücktritt der Vorstände Brust und Kaiser übernahm Otto Schnepf für 11 Jahre die Führung der Freien Turnerschaft. In dieser Zeit konnten wir uns von allen Schulden befreien. Daran hatte auch der 2. Vorstand, Andreas Huber, erheblichen Anteil der sich für die Einstellung der Zahlungen und Rückerstattung der Lastenausgleichszahlungen bei den Finanzbehörden besonders einsetzte.

1961 übernahm Otto Lösch als 1. Vorstand die Geschicke des Vereins und ergriff sofort die Initiative, den schlechten Zustand des Fußballfeldes zu beheben.

Im November 1970 musste Otto Lösch aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorstand abgeben. Willi Senner übernahm in dieser schwierigen Phase die Leitung des Vereines als 1. Vorstand.

Im September 1972 trat Otto Lösch nach seiner Genesung wiederum an die Spitze des Vereines, an der er 1977 von Josef Schwarz abgelöst wurde.

Unter der Vorstandschaft von Josef Schwarz wurde das von der Stadt Ingolstadt zur Verfügung gestellte Gelände an der Martin-Hemm-Straße als Trainingsplatz angelegt.

Ab 1978 konnte unsere Turnabteilung ihre Übungsstunden in der Schulturnhalle Ringsee abhalten, und 1979 wurde mit dem Anbau der neuen Umkleidekabine an das Vereinsheim, der in Eigenleistung erfolgte, eine Verbesserung der Bedingungen für den Sportbetrieb geschaffen. Neben Josef Schwarz und weiteren Helfern legten hierbei vor allem Heiner Kunz, Helmut Steinmeier und Ludwig Hofweber mit Hand an.

In seiner Amtszeit als 1. Vorsitzender von 1981 bis 1988 führte Helmut Steinmeier die nervenaufreibenden Verhandlungen mit der Stadt Ingolstadt bezüglich eines neuen Sportgeländes weiter, deren erfolgreicher Abschluß aber auch ihm nicht vergönnt war.

1989 übernahmen Hans-Joachim Waida als 1. Vorsitzender und Herbert Rebele als 2. Vorsitzender die Leitung des Vereines. Nach monatelangem Tauziehen mit der Bundesbahn und mit großer Unterstützung durch Bürgermeister Hans Amler und allen Stadtratsfraktionen, unterschrieb diese Vereinsführung am 4. Januar 1991 den Pachtvertrag mit der Stadt Ingolstadt für das 36.000 qm große neue Vereinsgelände, auf dem im Juli 1993 mit dem Bau der neuen Sportanlage begonnen wurde.

Am 10. Juli 1992 konnte die Vereinsführung, an deren Spitze am 25. Januar 1991 Herbert Rebele als 1. Vorsitzender getreten war, durch einen glücklichen Umstand und geschicktes Pokerspiel für unser vereinseigenes Grundstück (Fußballplatz und Vereinsheim) einen stolzen Verkaufspreis erzielen und somit die Finanzierung unseres Bauvorhabens sichern.

Durch den geglückten Verkauf des alten Sportgeländes, Genehmigung der Planung auch durch den Bayerischen Landessport-Verband und dem Abschluß der Ausschreibungen konnte mit dem 1. Spatenstich am 17. Juli 1993 mit den Baumaßnahmen begonnen werden.

Die Grundsteinlegung für das neue Vereinsheim erfolgte am 18. Dezember 1993

hier: von links: Pfarrer Eichenseer, OB Schnell, 3. Bürgermeister Pößl, BLSV Kreisvors. Roß, 3. Vors. Rahm, 2. Vors. Harmsen,
1. Vors. Rebele, 2. Bürgermeister Amler)

 

Die freie Turnerschaft konnte hierdurch im Süden der Stadt ihren Stellenwert erheblich verbessern, das Sportangebot für ihre Mitglieder erweitern und einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte setzen.

In den Jahren 1997/1998 erfolgte noch zur Vervollständigung des Vereinsheimes der Anbau entlang des Fußballplatzes.

Durch diese Vergrößerung der Räumlichkeiten außen wie innen vergrößerte sich natürlich auch das sportliche Angebot. Es entstanden neue Gymnastikgruppen; es wurden mehrere Tennis-Mannschaften gegründet; etliche schlossen sich zu einer Laufabteilung zusammen, die sich 2006 zur Ski/Wandern/Lauf-Abteilung entwickelte. Auch die Theaterabteilung konnte natürlich durch die neue Bühne ihr Repertoire erheblich erweitern – sehr zur Freude des Publikums.

Ebenso wurde die Kampfsportabteilung „Taijutsu“ unter der Leitung von Andreas Hackner gegründet.
Auf unseren Fußballplätzen trainierten und spielten 3. Saisonen lang sämtliche Damenmannschaften des FC Ingolstadt 04.

Auch der Saal des neuen Vereinsheimes erfreute und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit für größere Veranstaltungen, auch immer mehr vereinsfremde. Ob Vereinsfeiern, Hochzeiten, Betriebsfeiern, Weihnachtsfeiern, Tanzveranstaltungen etc.- die Resonanz ist riesig.

Der bisherige 1. Vorsitzende Herbert Rebele wurde 2003 für seine Verdienste um den Verein zum ersten und bisher einzigen Ehrenvorsitzenden ernannt.
Die Zahl der bis dahin schon ernannten langjährigen Ehrenmitglieder Anton Sachsenhauser, Alfons Wittmann und Erika Steinmeier wurde vergrößert durch die Ernennung der neuen Ehrenmitglieder Helmut Zörner ( seit ca. 27 Jahren 1. Kassier), Reinhard Rahm, Fritz Kronburger, Franz Wittmann (gest. 2008)und Hermine Nadler.

In den Folgejahren nach der Einweihung des neuen Vereinsheimes standen an der Führungsspitze als jeweils 1. Vorsitzende:

Herbert Rebele 1991 – 1997
Ulrich Klinke 1997 – 2001
Gerhard Fischer 2001 – 2005
Reinhard Rahm 2005 – 2007
Ab November 2007 zunächst als 1. komm. Vorsitzender Thomas Pechmann und
anschließend bis Oktober 2008 als 1. komm. Vors. Michael Häusler

Nach dem überraschenden Rücktritt des letzten Vorsitzenden Michael Häusler gestaltete sich die Suche nach einer neuen Führung äußerst schwierig. Im August 2008 übernahmen Heinz-Georg Zenger ,1. Vorsitzender und Dr. Benedikt Seidenfuß, stellvertretender Vorsitzender als „Außeneinsteiger“, zunächst kommissarisch und ab Mai 2009 von der Mitgliederversammlung gewählt, die Geschicke des Vereins, unterstützt von unserem langjährigen 1. Kassier Helmut Zörner, Manuela Schuldes als Schriftführerin und Brigitte Zenger als Sekretärin.

Die Freie Turnerschaft erlebte in all den Jahren viele schöne aber auch manchmal sehr schwierige Zeiten. Wir haben bis heute alles überstanden und kämpfen weiter.

Unser Mitgliederstand von ca. 800 Mitgliedern gibt uns hierin wohl Recht.

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